“Grandmother, I’m so hungry!” The wolf said: “You will find meat in the cupboard, eat it.”
While Little Red Riding Hood was eating the meat, the wolf said: “Oh, the little girl is eating the flesh, the flesh of her Grandmother!”

“Ach Großmutter, ich habe solchen Hunger!” Der Wolf sagte: “Im Schrank lieg Fleisch, nimm Dir davon!”
Und während die Kleine von dem Fleisch aß, sagte der Wolf: “Oh! Die Kleine ißt das Fleisch, das Fleisch ihrer Großmutter!”



Little Red Riding Hood / Das kleine Rotkäppchen

2011 / video installation & screening version  / HD / 16:9 / sound / English subitles /  02:50 min

In "Little Red Riding Hood" a little girl from Willingshausen tells the story of Little Red Riding Hood and the Wolf – another tale of adolescence and growing up. The region Schwalm and the embedded little village are said to be the country of Little Red Riding Hood. According to the tourist information, the Brothers Grimm were inspired by the deep woods and the red cap as a typical part of the traditional dress in the area. In fact, the fairy tale was developed some hundreds of years earlier and was passed on in a version which differs from the Grimm’s narrative with regard to some essential aspects. This version lacks a happy ending. Blithely and cheerfully, the girl in the video “Little Red Riding Hood” describes that the wolf overpowers and cuts up the grandmother, that he gives Little Red Riding Hood the old woman’s blood and flesh to drink and eat. Finally, he eats up the child as well. No hunter approaches to undo the cannibalism.
(Bernhard Balkenhol)

In "Das kleine Rotkäppchen" erzählt ein kleines Mädchen aus Willingshausen das Märchen von Rotkäppchen und dem Wolf – ebenfalls eine Geschichte vom Erwachsenwerden. Die Schwalm und das dort eingebettete Dorf gelten als „Rotkäppchenland“, weil es mit den tiefen Wäldern und nicht zuletzt dem roten Käppchen als typischem Bestandteil der Tracht - so wird es im touristischen Programm erzählt - die Inspiration für das Märchen der Gebrüder Grimm bot. Tatsächlich aber ist die Geschichte mehrere 100 Jahre älter und in einer Version überliefert, die sich in einigen Punkten wesentlich von der Grimm’schen Fassung unterscheidet und kein gutes Ende nimmt. In fröhlich kindlicher Unbekümmertheit erzählt das Mädchen in „Das kleine Rotkäppchen“, wie der Wolf die Großmutter überwältigt und zerlegt, dem ahnungslosen Rotkäppchen gegen Durst und Hunger ihr Blut und Fleisch gibt, um es dann schließlich selbst zu fressen.Kein Jäger macht den Kannibalismus rückgängig.
(Bernhard Balkenhol)